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Der Reichardtblock aus den frühen 1930-iger Jahren im Stil des neuen Bauens/Bauhaus-Stil (© altoba)

Im Gründungsjahr des Altonaer Spar- und Bauvereins war Altona und damit auch die gerade erst eingemeindete benachbarte Industriestadt Ottensen eine Stadt der Arbeiter mit „elendig“ heruntergekommenen Wohnquartieren. Die Wohnungen waren eng, feucht und dunkel. Und obwohl die desolaten Umstände bekannt sind, beschließt die Stadt, in gutbürgerliche Wohnviertel zu investieren.

Die „kleinen Leute“ nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und finden dafür eine revolutionäre Idee: Eine Baugenossenschaft soll es richten! Am 04. Mai 1892 gründen 39 Männer, darunter auch bekannte Bürger der Stadt, ihren Altonaer Spar- und Bauverein.

Ein Rückblick in Bildern!

Ein Rückblick in Bildern

Gründungsmitglieder und Aufsichtsratsvorsitzender Heinrich Lippelt

Heinrich Lippelt war Gründungsmitglied und bis 1928 Vorsitzender des Aufsichtsrats (© altoba)

Das erste Haus der altoba am Zeiseweg (1893)

Das erste Haus am Zeiseweg aus dem Jahr 1893 war ein Backsteinbau. Die Genossenschaft baute die nächsten 20 Jahre Häuser mit verputzten und geschmückten Fassaden, in denen der Backstein als Dekorelement genutzt wurde (© altoba)

Johannes Heinrich Röhrig, der erste Vorstandsvorsitzende des Altonaer Spar- und Bauvereins

Johannes Heinrich Röhrig (1859 – 1937) war Tischlermeister mit eigenem Betrieb. Er leitet die Geschicke der altoba von 1892 bis 1930 als Vorstandsvorsitzender. In seiner Ära entstanden die Häuser im Gerichtsviertel, in Ottensen und die drei großen Wohnkomplexe in Bahrenfeld und Ottensen – das Bahrenfelder Dreieck, der Schützenblock und der Reichardtblock (© altoba)

Porträt von Dr. Ferdinand Baur, einem der ersten Vorstandsmitglieder der altoba

Dr. Ferdinand Baur war Großkaufmann und Vorstandsmitglied beim Altonaer Spar- und Bauverein. Er kümmerte sich um eine finanziell solide Grundlage der Genossenschaft (© altoba)

Während der Kaiserzeit werden die Wohnungen der altoba verlost. Hier eine Szene aus einem Theaterstück.

Die Nachfrage nach Wohnraum bei der altoba wächst stetig – und es wird fleißig gebaut. Bis 1914 verfügt der Altonaer Spar- und Bauverein bereits über fast 1.900 Wohnungen. Die Nachfrage ist so groß, dass die Wohnungen während der Kaiserzeit verlost werden. Wer die wöchentlich mindestens 30 Pfennig für den Kredit am Genossenschaftsanteil in Höhe von damals sagenhaften hohen 300 Mark nicht aufbringen kann, darf an den Verlosungen nicht teilnehmen.
Das Foto zeigt eine Verlosungs-Szene aus einem Theaterstück zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 1942. (© altoba)

Mitglieder stehen Schlange vor der ersten altoba-Geschäftsstelle in der heutigen Hospitalstraße

Schlange stehen vor der ersten Geschäftsstelle in der Steinstraße (heute Hospitalstraße), wenn die Mitglieder Miete und Spargroschen einzahlen wollten (© altoba)

Der Schützenblock

Der Schützenblock in Bahrenfeld zu Zeiten von Vorstand Röhrig. 1928 ziehen die ersten Mitglieder ein. (© altoba)

Der Reichardtblock aus den frühen 1930-iger Jahren im Stil des neuen Bauens/Bauhaus-Stil (© altoba)

Kriegsschäden am Schützenblock

Ruine Schützenblock: Die Nationalsozialisten stellen städtebaulich wenig auf die Beine. Nur die altoba baut in nennenswertem Umfang neue Wohnungen. Immer mehr Altonaer wollen deshalb Mitglied werden, weshalb ein Aufnahmestopp eingeführt werden muss. Unter den Bombenangriffen der Zeit leidet der Gebäudebestand, es gibt mehrere Totalverluste, kein Haus bleibt unbeschädigt. Es kommt jedoch kein Mitglied des Altonaer Spar- und Bauvereins zu Tode. (© altoba)

Der Vorstandsvorsitzende Hermann Jeddicke

Im Zweiten Weltkrieg mussten alle SPD-nahen Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden ihren Posten räumen. Nur der Vorstandsvorsitzende Hermann Jeddicke durfte bleiben – bis weit über das Kriegsende hinaus (© altoba)

Kinderfest im Gerichtsviertel

Bis in die 1930er Jahre hinein haben die Genossenschaftsmitglieder in den Höfen kleine Gärten, dann werden sie zugunsten einer gemeinsamen Hofanlage abgeschafft. Kinderspielplätze entstehen, da es auf der Straße zu gefährlich geworden ist. Die ersten Kinderfeste organisieren die Kinder selbst – mit großem Erfolg. (© altoba)

Luftaufnahme des Röhrigblocks in Ottensen

Bis 1957 entstehen die Zeilenhäuser im Ottenser Röhrigblock. Mit rund 1.200 Wohnungen ist es die letzte Großbaumaßnahme des Altonaer Spar- und Bauvereins. In den nächsten Jahrzehnten erwirbt die Genossenschaft nur noch Grundstücke, auf denen ein oder mehrere Häuser wie am Luthergrund gebaut werden können. (© altoba)

Eines der markanten Gebäude am Hamburger Fischmarkt

In den 80er Jahren entstehen herausragende Gebäude wie das Eckhaus am Altonaer Fischmarkt. Entworfen hat es das Architekturbüro Gerkan Marg und Partner (© Oliver Heissner)

Blick in den Innenhof der Anlage Erdmannstraße

Der Altonaer Spar- und Bauverein geht mit der Zeit. In den 1990er Jahren werden erstmals zukünftige Bewohner in die Bauplanungen (hier: Erdmannstraße) mit eingezogen. Die meisten Mitglieder haben Abitur, viele studieren. Damit wandeln sich die Lebensentwürfe und die Genossenschaft reagiert darauf. Der demografische Wandel führt darüber hinaus zur Kooperation mit Wohnprojekten wie beispielsweise der Arche Nora und der Einrichtung einer Dementen-Wohngemeinschaft in der Kleinen Bergstraße 2012. Bei Neubauprojekten wie in der Mitte Altona, der HafenCity oder auch den Kolbenhöfen kooperiert die altoba regelmäßig mit Baugemeinschaften, die ihr ganz eigenes gemeinschaftliches Lebenskonzept verfolgen.
(© Oliver Heissner)

Die Gründer der altoba werden in der Geschäftsstelle gewürdigt.

So schließt sich der Kreis: Gemälde der Gründer der altoba im Flur der modernen Geschäftsstelle an der Barnerstraße heute. (©: Bodo Dretzke)

Blick von Süden auf das dritte Baufeld der altoba im Baakenhafen

Im Heute angekommen: Visualisierung von Baufeld 97 im Baakenhafen (© Jens Bothe Architects_bloomimages)

Lese-Tipp:

Das Buch „Eine Genossenschaft und ihre Stadt. Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins“ (2012) bietet eine spannende Zeitreise. Autor ist der Journalist und Historiker Dr. Holmer Stahncke.

140 Seiten, ISBN 978-3-86218-033-2, € 9,90, gebundene Ausgabe